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Neulich, im Inneren

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Erst kürzlich begab es sich, dass das Herz weinend zum Verstand lief und sich beklagte, weil es verletzt worden war.

Der Verstand fragte was passiert sei, und das Herz erzählte jammernd, dass man, obwohl es doch voller Liebe sei, böse mit ihm geschimpft habe. Es verstand aber nicht, warum mit ihm geschimpft wurde und konnte die Situation allein nicht lösen.

Der Verstand hörte zu und wurde ärgerlich. Denn das Herz war ihm wichtig. Er wusste, dass er selbst darunter litt, wenn das Herz weinte.

Er versuchte also die Ursache für die Situation herauszufinden und reagierte. Doch scheinbar hatte er sich falsch ausgedrückt, weil ihn der Ärger beeinflusste. Jedenfalls kam das Herz erneut zum ihm gelaufen, weinte noch bitterlicher und fing an den Verstand zu beschuldigen.

 

Der Verstand hielt dies kaum aus und lief los um in seinen Büchern voller Erfahrungen zu suchen, wie er wohl am besten reagieren könne. Dummerweise fielen ihm dabei Bilder in die Hände. Bilder, die schon sehr alt und blass und im Grunde nutzlos geworden waren. Das Herz hatte ihn schon des Öfteren gebeten sie doch endlich zu entsorgen, weil sie nur Platz wegnahmen. Es hätte viel lieber neue Bilder gesammelt und einsortiert. Aber, wie es nun mal mit Gewohnheiten so ist, hatte der Verstand dies versäumt. Und so stand er da, betrachtete die Bilder und versank in Erinnerungen.

Es waren viele davon, und da er gerade sehr aufgebracht war, konnte er den Blick kaum losreißen. Als er sich umdrehte, bemerkte er, dass das Herz wild anfing zu schlagen. Ganz laut und unregelmäßig. Es erkannte die Bilder ebenfalls und erschrak. „Bitte, tu sie weg! Sie sind hier fehl am Platz!“

Die beiden debattierten heftig, und keiner wollte nachgeben, denn der Verstand beharrte darauf, dass die Bilder noch wichtig sein könnten. Denn wie sollte er das Herz schützen, wenn er sich möglicherweise an bereits gemachte Erfahrungen nicht mehr erinnern könnte? Er würde ja schließlich auch nicht jünger.

Das Herz aber hielt dagegen und warf ihm vor, dass er engstirnig sei und nicht willens einfach mal neue Erfahrungen zu machen. Vielleicht sogar solche, die viel schöner seien und die alten auslöschten, so dass diese nicht mehr notwendig seien.

 

Während die beiden also miteinander stritten, schlich unbemerkt der Instinkt an beiden vorbei und besah sich die Situation. Dazu muss man wissen, dass der Instinkt kein besonders intelligenter Zeitgenosse ist. Er lässt sich schlicht von starken Emotionen oder Schlüsselsituationen leiten, durch die er sich animiert fühlt zu reagieren. Nicht immer zum Vorteil.

Und so auch in diesem Fall. Der Instinkt schaute, fühlte und schlug zu. Machtvoll und unbändig, immer wieder. Er nahm alles, was er dort sah, und zerfetzte es in viele kleine Schnipsel. Selbst, als es nichts mehr gab, was er zerstören konnte, knurrte und brüllte er noch lautstark als gelte es das Universum zu erschüttern.

Als er fertig war und sich, zufrieden mit seinem Werk, mal wieder kurzfristig und effizient das Überleben gesichert zu haben, in seine dunkle Höhle zurückzog, blieben zwei kleine Gestalten mit betretenen Gesichtern zurück.

 

Das Herz war wie erstarrt, als es die Verwüstung sah. Und auch der Verstand zitterte vor lauter Angst, als er erkannte, was sich eben vor seinen Augen abgespielt hatte.

Bebend nahmen Herz und Verstand sich an die Hand, und das Herz fragte tonlos: „Und jetzt?“

Und der Verstand antwortete leise: „Ich denke, ich werde jetzt alte Bilder entsorgen.“

 

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